Mitarbeiter krank - was nun?
Integration von behinderten Menschen im Landkreis Darmstadt-Dieburg
Veranstaltung des Projektes LOG IN bei Resopal GmbH in Groß-Umstadt
Nicht jede Behinderung beeinträchtigt die Arbeitsfähigkeit.
Jedoch sind 163 000 schwerbehinderte Menschen zur Zeit in der Bundesrepublik arbeitslos und damit wesentlich stärker betroffen als andere Menschen im Arbeitsmarkt.
Ein doppelter Schicksalsschlag, wenn zur Dauererkrankung oder Behinderung der vorhandene Arbeitsplatz nicht mehr wie gewohnt ausgefüllt werden kann und in der Folge verloren geht.
„Mit dem Projekt LOG IN – „Dialog schafft Integration“ Förderung der Beschäftigung behinderter Menschen im Betrieb werden in Südhessen die Weichen für mehr Information und Unterstützung bei der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben gestellt und für mehr individuelle Akzeptanz und öffentliche Toleranz geworben“, sagt Projektleiter Rolf Klatta vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft.
Als Gastgeber für die fünfte öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung konnte die Firma Resopal GmbH, Groß-Umstadt, die auch das Sponsoring der Kosten dieser Veranstaltung übernommen hat, gewonnen werden.
Am 16. November 2004, wurden dort Chancen und Möglichkeiten bei der Einstellung und der Beschäftigung von Mitarbeitern, die schwerbehindert sind, erörtert.
Dabei stellten auch mehrere andere Firmen aus dem Raum Darmstadt-Dieburg dar, wie sie Hemmnisse und Hindernisse bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen positiv lösen und ergebnisorientiert gestalten konnten.
Eröffnet wird die Veranstaltung durch den Resopal-Geschäftsführer, Donald Schaefer, der die Beachtung von Menschen mit all ihren persönlichen Aspekten als Ansatzpunkt der Personalarbeit bei Resopal beschrieb.
Seitens des Betriebsrates Herrn Hillerich wurde bestätigt, dass als Ziel Integration und Verbleib im Betrieb für erkrankte und verunfallte Mitarbeiter teil der Kultur des Unternehmens seien. Die Personalleiterin der Firma Resopal, Frau Sabine Schanz wies in der Diskussion darauf hin, dass zunächst die Aufgabe darin bestehe, Arbeitsplätze zu erhalten. An Neueinstellungen – auch behinderter Menschen - sei zur Zeit nicht zu denken. Diesem Tenor schlossen sich auch Herr Lothar Stahl; InhaBER der Fa. Stahl – Büro- und Objekteinrichtungen und Herr Ernst Laslop, Personalleiter Autohaus Spieß in Dieburg an.
Herr Laslop berichtete von einer erfolgreichen Integration eines Mitarbeiters , der vor Jahren mit einer Schwerbehinderung eingestellt wurde. Besonders hilfreich war hier die Unterstützung durch den Integrationsfachdienst , vor Ort durch das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V. getragen, der Beratung, Begleitung und Arbeitsplatzbezogene Hilfen während der Eingliederung und auch während des Beschäftigungsverhältnisses anbieten konnte.
Der frühzeitige Rückgriff auf den Integrationsfachdiensten im Falle von Problemen während der Beschäftigung behinderter Arbeitnehmer hält Frau Doris Lotze-Wessel, Regionalmanagerin beim Integrationsamt für wichtig. Rechtsanwalt Michael Haden vom Unternehmerverband Südhessen bekräftigte die Aussage, indem er ausführte, man solle zunächst andere Möglichkeiten und vorhandene Hilfen nutzen bevor arbeitsrechtliche Verfahren begonnen würden.
In der lebhaften Diskussion unter Leitung von Susanne Vogelgesang, Beraterin und Moderatorin im Projekt LOG IN, wurde Informations- und Beratungsbedarf deutlich.
Dass das Thema Behinderung und Langzeiterkrankung von Arbeitnehmern nicht out ist ergaben die Interviews mit den Auftraggebern des Projektes den Herren Walter Pohl, Zielgruppenmanager des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen und Rolf Höhme, Referent für Sozialpolitik der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände und Rolf Klatta als zuständigen Projektleiter des beauftragten .Trägers von LOG IN und des regionalen Integrationsfachdienstes beim Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V.
Ein kurzer Sketch von Hermann Matthes des Darmstädter Kabaretts „Heimleuchter“ lockerte mit heiterer Nachdenklichkeit die gut fünfzig beteiligten Zuhörer und Mitdiskutanten auf.
